Vom Meister zum Chef auf dem Feld:
Ein Interview mit unserem neuesten Schiedsrichter Leo Griesbacher!

 

Autor: Sidney d'Almeida
Foto: Steffi Lübker

 

Für ambitionierte Jugendliche gibt es beim BC Hellenen immer eine Möglichkeit einen aktiven Anteil am Vereinsgeschehen zu haben, auch wenn die "Spielerkarriere" nicht den gewünschten Weg einschlägt. Einer dieser Jugendlichen ist unser neuester Schiedsrichter, Leonhard Griesbacher. Leonhard wäre zum aktuellen Zeitpunkt eigentlich U16 Spieler, entschloss sich aber nach der Meisterschaft in der Kreisliga den Lederball mit der Pfeife zu tauschen. Wie es dazu kam, beantwortete der 14-Jährige im Interview mit mir:

 

 

S.: Vor zwei Jahren hast du mit mir und den Jungs der jetzigen U16 die Kreisliga gewonnen, hast mir aber dann gesagt, dass du deine Spielerkarriere vorerst beendest. Jetzt hast du deine erste Schiedsrichterprüfung bestanden. Gratulation nochmal. Aber warum Schiedsrichter eigentlich?


Leo:

Nachdem ich seit ungefähr einem halben Jahr kein Basketball mehr gespielt hatte, kam Kenan (2. Vorstand und Schiedsrichterwart, Anm. d. Autors) auf mich zu, ob ich nicht Lust hätte den nächsten Schiedsrichterlehrgang in Polling zu besuchen. Da ich immer noch an Basketball interessiert war und bin und den Verein unterstützen wollte, traf sich das ganz gut. Ich wusste bis zu diesem Lehrgang nicht viel über Schiedsrichter, aber war offen für Neues.

S.: OkWie isses abgelaufen beim Lehrgang?

Leo:

Vor dem Lehrgang war ich noch ein bisschen unsicher, da ich noch keinen Schiedsrichter richtig kannte und ich die mir wie korrekte, langweilige Spießer vorgestellt habe. Doch ich wurde positiv überrascht, denn jeder Schiedsrichter mit dem ich mich bis jetzt unterhalten habe habe war total nett und cool drauf. Der Lehrgang hat wirklich Spaß gemacht und ich habe auch viel über Basketball erfahren und gelernt, was mir davor nicht so bewusst war und mir unterbewusst hilft das Spiel besser zu verstehen. Außerdem kann ich jetzt die Position eines Schiedsrichters besser nachvollziehen und verstehe den Sinn mancher Regeln die ich davor für bescheuert und für unnütz erklärt hatte. Nach dem Wochenendlehrgang haben wir, ich und die anderen angehenden Schiedsrichter, Infos bekommen wie wir an Spiele kommen und uns fortbilden können. Außerdem haben wir E-mail Adressen und andere Kontakte bekommen, wurden also nicht alleine gelassen.

S.: Welche Tipps könntest Du unserer Jugend geben, ausser das man etwas Taschengeld bekommt für das Pfeifen, was natürlich nicht unwesentlich ist?

Leo:

Ich weiß nicht, ob ich schon so gute Tipps an andere aus unserer Jugend geben kann, da ich selbst ja noch nicht so lange Schiedsrichter bin. Ich spreche jetzt einfach mal aus meinen bisherigen Erfahrungen. Was ich jedem empfehlen würde, ist Spaß am Pfeifen zu haben, da das ganze freiwillig ist und man sich nicht nur wegen dem Geld dazu zwingen sollte. Außerdem würde ich versuchen aktiv zu bleiben, mich fort zu bilden und so viele Spiele wie möglich zu pfeifen. Ich beispielsweise hatte meinen Lehrgang im Mai, am Ende der Saison, wodurch ich einen langen Leerlauf im Sommer habe, zwischen Lehrgang und Saisonbeginn. Diese konnte ich füllen mit einem weiterem Lehrgang, der jedoch nicht verpflichtend war, auf den Kenan mich aufmerksam gemacht hatte. Eine weitere gute Möglichkeit sind Tuniere, durch die auch sehr wichtige Erfahrung gesammelt werden kann. Um wirklich Erfahrung zu sammeln genügt aber nicht nur auf dem Feld zu stehen, sondern man muss sich trauen etwas zu pfeifen. Am Anfang ist es ein wenig Überwindung, vor allem bei den jüngeren Schiedsrichteranfängern, aber im zweifelsfall pfeift man lieber etwas Falsches als gar nichts. Das ist mir schon bei dem Lehrgang aufgefallen, dass die Priorität nicht auf den Regeln und dem richtigen Pfeifen, sondern darauf sich etwas zu trauen und sich Respekt zu verschaffen, was natürlich auch auf einem Respekt gegenüber den Spielern und Trainer basiert, da der Schiedsrichter respektiert und nicht gefürchtet werden soll. Die Regeln sind am Anfang eher ein Mittel zum Zweck. Wichtiger noch ist die Schiedsrichtertechnik."

S.: Du hast Turniere angesprochen. Ich habe dich bei unserem Uniting Cultures Sommerturnier pfeifen sehen, an dem Du ja auch mal teilgenommen hast. Was war das für ein Gefühl?

Leo:

Es war eine der wenigen Möglichkeiten außerhalb der Saison zu pfeifen. Und ich konnte viel von den anderen Schiedsrichtern mit denen ich gepfiffen habe lernen. Schwierig war es nicht weil die Trainer auch alle locker drauf waren.

S.: Danke Leo und viel Erfolg diese Saison!

 

Referee Griesbacher wird fortan als Basisschiedsrichter bei einigen Spielen pfeifen und als zweiter Referee auf dem Feld für Ordnung sorgen. Die Eltern von Leonhard sind ebenfalls im Verein involviert, wie Ihr hier sehen könnt und sein kleiner Bruder Quirin spielt aktuell in der U14.

Vielen Dank Leo und viel Erfolg diese Saison!

ONE TEAM, HELLENEN GO!