U16-1 mit ersten Siegen in der Bezirksoberliga


Autor: Sidney d'Almeida

Es war von vornherein klar, dass die U16 Saison in der Bezirksoberliga schwierig werden würde. Es ist ja schließlich die höchste Liga Oberbayerns. Zwei Jahre zuvor war man mit einer Niederlage Kreisligameister geworden und jetzt sollte man nach zwei "Aufstiegen" mit den ersten Mannschaften von Bayern, Jahn oder Rosenheim konkurrieren. Diese Nervosität merkte man den Spielern an. Nach 13 gespielten Minuten im Eröffnungsspiel des Hellenendoms gegen TG Landshut lagen die Gastgeber mit 7:28 zurück. Aber dann kämpften sie sich zurück in die Partie und zogen - trotz zwischenzeitlicher Führung - dennoch den Kürzeren. Der Vergleich mit Landshut endete in einer zwei-Punkte Niederlage. Im nächsten Spiel beim MTSV Schwabing wurden die HellBoys abgewatscht. Zwar trat man nur mit sieben Stammkräften an, doch das war trotzdem kein Grund für die 52-Punkte Niederlage. Das Team zeigte jedoch Moral im nächsten Heimspiel gegen DJK SB Rosenheim. In den letzten zwei Minuten verschenkte man erneut eine Zwei-Punkte-Führung und gab das Spiel mit 52:57 ab.

„Beim Spiel kann man einen Menschen in einer Stunde besser kennenlernen als im Gespräch in einem Jahr.“ ~ Platon

Tatsächlich lag es an den Kleinigkeiten! Die HellBoys waren einfach noch nicht abgezockt genug um ein Spiel nach Hause zu bringen. Mit dieser 0:3 Bilanz ging es zum TS Jahn München, erstmals mit einem fast vollständigen Kader. In einem hitzigen Spiel hatte das Team der Coaches Sunny und Sidney die wohl beste Chance auf den erlösenden ersten Sieg. Zwei Punkte, 26 Sekunden noch zu spielen und Ballbesitz - ein Korb in dieser Situation und der Sieg wäre in trockenen Tüchern gewesen. Dann verdribbelte man sich, rannte in die Ecke und verlor den Ball zweimal, sodass die Heimmannschaft tatsächlich durch zwei Freiwürfe und einem wilden Wurf den Sieg holte (64:62). In allen Spielen war man in der zweiten Halbzeit bisher am besten gewesen. Gegen Landshut lag man mit 23 Punkten zurück vor dem Comeback, gegen Rosenheim mit 14 und gegen Jahn München mit 11 Zählern. Doch unsere Jungs konnten und wollten nicht aufgeben. Trotzdem hatte man nun vier Niederlagen auf dem Konto, die weh taten.

Die Hellenen spielten mit in der BOL, aber wenn es schon so knapp ist, will man mehr... 

Vom Regen in die Traufe...

Innerhalb des Teams zweifelten einige Spieler an den eigenen Fähigkeiten und daran ob man in der richtigen Liga sei. Auch lange Gespräche zwischen Coaches und Spieler schienen nicht zu wirken. Das zeigte sich dann auch in der nächsten Partie gegen den TSV Haar. Ein Match ohne Energie, ohne Willen - sowohl offensiv und defensiv - wurde völlig unnötig mit 54:82 abgegeben! Dann war erstmal Pause und Zeit sich zu regenerieren: die Herbstferien nutzte das Team für ein fünftägiges Shooting Camp! Die desolate Freiwurfquote sollte aufgebessert werden. Im nächsten Spiel gegen DJK SB München waren es die alten Laster die wieder zum Vorschein kamen: die Hellboys verschliefen das erste Viertel, lagen mit zwanzig Punkten zurück. Zwar kamen sie durch ihr Teamspirit wieder auf sieben Punkte ran, doch es war zu spät - Endstand: 55:69 aus Hellenensicht. Statt aber geknickt zu sein, strahlte die Mannschaft wieder Zuversicht aus, trotz des anstehenden Gegners Bayern München. Diese Partie verlief für die Hellenen katastrophal. Ballverluste, keine Konzentration, keine Defense. Endstand: 36:107.

Lucky Number 7?

Das härteste an Heimniederlagen für den Coach ist, dass man daheim nochmal den Spielberichtsbogen anschauen muss weil man die Statistiken eintragen muss. Bei einer 71-Punkte Pleite in Bestbesetzung war das schon Schwerkost... bis der Trainer bemerkte, dass ein Spieler der Gäste nicht spielberechtigt war. Eine Woche später wurde das bestätigt und prompt holten die Hellenen doch den ersten Sieg der Saison im siebten Spiel (20:0). Das gab den Jungs wieder Auftrieb. Nun wollten sie nach dem Sieg am grünen Tisch noch den sportlichen Erfolg.

Der nächste Gegner war MTV München, mit denen man sich zwei Jahre zuvor in fast identischer Besetzung um die Kreisligameisterschaft in der U14 gemessen hatte. Damals gingen die Heimspiele an die jeweiligen Gastgeber, doch der direkte Vergleich ging an die Hellboys. Jetzt folgte das Rematch.

Das erste Viertel begann ohne wirkliche Vorteile auf beiden Seiten. Den besseren Abschluss hatten die Gäste, die mit Hookshots und Floater einen schönen Touch bewiesen. Unsere U16 konterte mit erfolgreichen Würfen innerhalb der Zone. Die defensive Intensität ließ aber zu wünschen übrig. Nach zehn gespielten Minuten führten die Gäste 20:23. Im zweiten Viertel setzten sich die MTVler etwas ab. In der 18. Minute lagen unsere Bezirksoberligisten mit sieben Punkten zurück. Unsere Hellenen hatten aber nach dem Timeout Blut geleckt.

Nach der Halbzeit spielten unsere Tabellenachten das beste Viertel der Saison und rissen das Spiel an sich. Aktive Hände in der Defense und zielstrebige Aktionen in der Offense führten zu einem überragenden 27:8 Viertelergebnis. Damit verwandelte man einen 37:39 Rückstand in eine 64:47 Führung. Doch wer glaubte, dass unsere Jungs ab jetzt das ganze nach Hause bringen würden, irrte. Im vierten Viertel waren wieder die eigenen Zweifel im Weg, gegen wütend anrennende MTV Spieler. 100 Sekunden vor Schluss stand es nur noch 79:74. Ein falscher Einwurf der Gegner und vier verwandelte Freiwürfe am Stück sicherten letztendlich doch den ersten sportlichen Hellenensieg in der U16 Bezirksoberliga (87:74)!

Diesen Schwung nahmen die Jungs auch in das nächste Spiel beim TSV Jahn Freising und deren Ligatopscorer. Das Ziel war es ihn zu stoppen und ein gutes erstes Viertel sollte ausschlaggebend sein. Tatsächlich hatte Freising die erste Chance des Spiels, doch ein Offensivfoul vom Topspieler leitete das überragende erste Hellenenviertel ein. Die Mannschaft lief einen Fastbreak nach dem anderen, erzielte die ersten acht Punkte des Spiels und spielte mit guter Konzentration und hoher Intensität. Das beste Hellenenviertel der Saison (30:9) war das Ergebnis. Fortan galt es nur die Freisinger in ihrer Halle nicht heißlaufen zu lassen. Der Rest des Spiels war bis auf einige Einzelaktionen des BOL-Topscorers ausgeglichen und unsere Hellenen konnten den Vorsprung halten. Am Ende sprang der dritte Sieg in Folge dabei raus (82:55).

Die Hellboys nehmen langsam Fahrt auf!

ONE TEAM, HELLENEN GO!